Fußmassage - Warum die Füße eine Massage verdient haben

Zeigt her eure Füße! Wussten Sie, dass in den Füßen einige Reflexpunkte sitzen, die bei Stimulierung durch eine Massage Wohlbefinden im ganzen Körper ausstrahlen können? Unsere Füße tragen uns durch den Tag und werden daher stark beansprucht. Nach einem stressigen Arbeitstag möchte man sie einfach nur hochlegen. Häufig verspüren wir Schmerzen oder einen Druck, manche Füße schwellen an oder die Fußsohlen „brennen“. Da käme eine entspannende Behandlung gerade recht. Im Falle von orthopädischen Fehlstellungen hat dies Auswirkung auf den gesamten Bewegungsapparat und kann zu Rücken- oder Knieschmerzen führen. Daher tragen viele Menschen spezielle Einlagen in ihren Schuhen, um diese Defizite auszugleichen. Sie sehen also, die Füße haben einen nicht unbedeutenden Einfluss auf unseren ganzen Körper und unser Wohlergehen. Deshalb haben sie auf jeden Fall eine eingehende Massage verdient. Diesen Fakt verinnerlichen immer mehr Menschen in Deutschland und haben die Vorteile einer Fußreflexzonenmassage längst erkannt.

Was steckt hinter der Fußreflexzonenmassage?

Bei der Massage der Füße werden Reflexpunkte stimuliert, von denen jeder in einer Beziehung zu einem Körperteil oder Organ steht. Die Aktivierung der Punkte löst also Reflexe beziehungsweise Reaktionen im Körper aus, weshalb man von einer Fußreflexzonenmassage spricht. Vor ca. 5.000 Jahren begannen die Chinesen mit den ersten Behandlungen, nachdem sie sich der positiven und sogar heilenden Auswirkung bewusst wurden. Seitdem gehört die Methode zur traditionellen, natürlich angewandten Medizin in China.

Auch den Füßen gebühren Ehre und Anerkennung

Häufig verkennen wir die Bedeutung unserer Füße. Wir packen sie gerne in schöne Schuhe, in denen sie sich nicht immer besonders wohl fühlen. Dabei achten wir unbewusst eher auf das Aussehen als auf die Funktionalität. Sonst würden wir sie wohl seltener in unbequeme Pumps quetschen mit dem Wissen, dass wir abends vor lauter Schmerzen nichts lieber tun, als die schicken Treter auszuziehen. Füße sind zum Fortbewegen da und wir nehmen den Dienst, den sie uns erweisen, als selbstverständlich. Vielleicht hilft ja dieser Beitrag dabei, sie mit anderen Augen zu betrachten.

Die Betrachtungsweise der Chinesen auf die Füße unterscheidet sich deutlich von unserer, schließlich sind sie das Körperteil, das uns mit der Erde verbindet, auf der wir wandeln. Sie fungieren nach der Auffassung der Chinesen als Eintrittspforte und Verteilzentrum der (irdischen) Energie, dem Qi.
Die Füße sind das Spiegelbild unserer Gesundheit und über die Stimulation der Reflexzonen ist Heilung möglich. Sind die Punkte ausgemacht, kann mit der Behandlung begonnen werden. Während der Massage wird die Energie, das Qi, freigesetzt und im Körper verteilt. Die optimierte Blutzirkulation sorgt für den Austausch von Giftstoffen gegen Energie.

Die Zonen meines Fußes

Man kann seinen Fuß grob in 4 Zonen unterteilen, die durch die Massage Reaktionen in verschiedenen Körperarealen hervorrufen:

Die Fußzehen bilden Zone 1: Bei Beschwerden rund um unseren Kopf kann eine Massage der Fußzehen Abhilfe schaffen. Kopf- und Nackenschmerzen beispielsweise werden angesprochen ebenso wie Zahnprobleme, müde Augen, entzündete Nebenhöhlen und viele mehr.

Zone 2 befindet sich an den Fußballen: Sie werden vorrangig im Zusammenhang mit unserem Brustkorb massiert. Dazu zählen auch Organe wie die Lunge und Bronchien, das Herz und die Rippen.

Im Fußgewölbe finden wir Zone 3: Alle Organe zwischen dem Zwerchfell und der Taille, Z. B. die Leber, die Milz, das Pankreas und der Magen, profitieren von einer Massage dieser Zone.

Zur Zone 4 gehören die Ferse und der Übergangsbereich vom Fußgewölbe dorthin: im Fokus dieser Zone stehen die Nieren, die verschiedenen Darmabschnitte, die Blase und auch die Knie.

Welche positiven Reaktionen kann eine Fußreflexzonenmassage hervorrufen?

Das Auslösen von wohltuenden Reflexen durch die Stimulation der 4 Fußzonen kann helfen:

  • Stress abzubauen
  • Sich zu entspannen und zu erholen
  • Die Schlafqualität zu bessern
  • Verspannungen zu lösen
  • Bei der Schmerzlinderung
  • Energie auszuschütten und in die anvisierten Körperpartien weiterzuleiten
  • Die Förderung von Wassereinlagerung und Giftstoffen anzuregen
  • Das Immunsystem zu stärken
  • Die Blutzirkulation zu fördern
  • Positive Gefühle hervorzurufen
  • Den Energiefluss zu optimieren

Was genau passiert bei einer Reflexzonenmassage?

Der Masseur sorgt dafür, dass sie es bequem haben, und fragt, welchen Bereich des Körpers Sie gerne ansprechen möchten.

Die Massage wird direkt auf der Haut und unter Benutzung eines ätherischen Öls oder einer Lotion ausgeführt. Dazu werden die entkleideten Füße auf einem Kissen hochgelagert und vor der Knetkur, zumeist mit warmen, feuchten Handtüchern, gereinigt.

Anschließend betrachtet der Therapeut die Füße näher, um die Reflexzonen genauer bestimmen zu können. Mit seinen Händen bearbeitet er intensiv die Zone, die in dem vorherigen Gespräch eruiert wurde. Wer kitzelig an den Füßen ist, braucht sich nicht zu sorgen, denn die Handgriffe und Druckpunkte geht der Masseur präzise an. Er stimuliert den Energiefluss und ruft die positiven Reaktionen der fokussierten Organe oder Bereiche hervor. Eine Sitzung dauert ca. 1 Stunde, nach der man sich vital und erholt fühlt. Bei Bedarf sollte man eine regelmäßige Behandlung in Betracht ziehen.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Für eine einmalige Behandlung muss man mit 30 bis 100 Euro rechnen. Zwischen ländlichen und städtischen Gegenden variiert die Gebühr sehr. Fußreflexzonenmassagen zählen in Deutschland nicht zu medizinischen Therapien wie Krankengymnastik und wird auch von den meisten Krankenkassen nicht anerkannt. Dennoch gibt es vereinzelt Bezuschussungen zu alternativen Behandlungsmethoden, besonders, wenn sie im Zusammenhang mit einer schulmedizinischen Therapie stehen und deren Wirkung fördern. Therapiezentren selbst gewähren bei einer dauerhaften Behandlung Rabatte oder bieten Behandlungspakete an.

Fußreflexzonenmassage für jedermann?

Bis auf wenige Ausnahmen kann jeder in den Genuss der Reflexzonenmassage kommen. Folgende Voraussetzungen sind dennoch zu beachten: 

  • Im Falle einer Verstauchung, einem Bruch oder anderen Beschwerden im Fuß sollten Sie auf die Massage verzichten
  • Schwangere Frauen können die Massage ab dem 4. Monat ausprobieren und sie vorher vermeiden
  • Menschen, die an Erkrankungen des Herzens sowie Blutgefäße leiden und ein Thromboserisiko haben, ist von einer Fußreflexzonenmassage abzuraten
  • Während einer Infektionserkrankung wie Grippe und ähnlichen ist man nicht geeignet für die Massage

Wir empfehlen Ihnen, vor einer Behandlung Ihren Arzt zu konsultieren und sich von ihm beraten zu lassen. Bei der Auswahl des Therapeuten achten Sie auf Seriosität und Professionalität. Zertifikate und Schulungsnachweise sind gute Belege für die Eignung des Masseurs. Nicht jeder, der Ihre Füße kneten möchte, ist versiert in diesem Gebiet.

Die alten Ägypter könnten schon vor den Chinesen die Vorzüge der Reflexzonentherapie erkannt haben, denn auf dem Sarkophag des ägyptischen Arztes Ankhmahor (2330 v. Chr.) finden sich Abbildungen, die Menschen bei der Durchführung von Fußmassagen zeigen. Bei dem heißen Wüstensand wurden diese sicherlich auch stark strapaziert.

Welche Zone sollte ich behandeln lassen?

Der Fuß beeinflusst unseren gesamten Körper inklusive der Organe, Gelenke, Muskeln, Drüsen usw. Je nachdem, welches Anliegen Sie haben beziehungsweise welches Körperteil und seine Funktion optimiert werden sollte, ist die entsprechende Zone auszuwählen. Bei Knieschmerzen konzentriert man sich auf Zone 4, die Ferse. Bei einem verspannten Nacken hilft eine Fußzehenmassage. Natürlich kann man auch selbst eine solche Behandlung an seinen Füßen durchführen, aber auch viel falsch machen. Die Durchführung durch einen Fachmann/Fachfrau ist immer zu bevorzugen.

Wie kann ich mir selbst eine Fußmassage geben?

Nehmen Sie eine gemütliche, bequeme Position ein. Nun strecken sie den Fuß aus und kreisen Sie mit dem Knöchel. Anschließend streichen Sie mit beiden Händen von der Ferse in Richtung der Zehen über den Fuß. Nach dem Strecken der Zehen üben sie kleine, kreisförmige Bewegungen von der Ferse zur Spitze aus. Schmerzhaften Stellen drücken Sie für wenige Sekunden. Das Gefühl nach dem Loslassen ist erleichternd. Zum Schluss streichen Sie wie am Anfang mit den Händen über den Fuß, als wenn Sie ihn glätten wollten. Mit der Zeit können Sie Ihre Reflexpunkte ausmachen und finden die empfindlichen Stellen schneller.

Als Alternative zu den Händen oder ergänzend zur Selbstmassage stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Igelbälle/Massagebälle, hölzerne Massagegeräte mit Rollen oder Regenerationsmatten beispielsweise. Ein warmes Fußbad kann schon vor der Behandlung für einen entspannten Zustand der Füße sorgen.

Einige Massagesessel sind in der Lage, eine Fußreflexzonenmassage durchzuführen, die in der Effektivität sowie Qualität einer manuellen Therapie sehr nahe kommen.

Michael Roedeske

Inhaber der Massagesessel Welt