S-Track, L-Track, SL und iOpen: die Schienen im Massagesessel
Michael Roedeske
Inhaber der Massagesessel Welt
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Beim Vergleich von Massagesesseln geht es schnell um Programme und Zahlen. Die Schiene, auf der die Rollen laufen, wird selten erwähnt, entscheidet aber darüber, welche Körperteile überhaupt erreicht werden. Vier Bauarten sind im Umlauf.
S-Track: der Wirbelsäule nachgeformt
Das S steht für sinusförmig, also wellenförmig. Die Schiene folgt der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule und führt die Rollen vom Nacken bis in den unteren Rücken. Weil der Rücken nicht gerade ist, sondern im Nacken nach vorn und im Lendenbereich wieder zurückschwingt, bleiben die Rollen so überall auf gleichem Abstand zum Körper.
Das ist die klassische Bauart und in Einstiegsmodellen die übliche. Am unteren Rücken ist Schluss.
L-Track: weiter nach unten
Ein L-Track ist die Verlängerung. Die Schiene knickt am Becken nicht ab, sondern läuft unter dem Gesäß weiter, je nach Modell bis in die Oberschenkel. Damit werden Gesäßmuskulatur und Hüftbeuger erreicht, also genau die Stellen, die bei Menschen mit langem Sitzen fest werden.
Wer Beschwerden im unteren Rücken, im Gesäß oder in den Oberschenkeln hat, merkt den Unterschied sofort. Wer sie im Nacken und zwischen den Schulterblättern hat, weniger.
SL-Track: beides zusammen
SL-Track bezeichnet die Kombination: die Wellenform des S-Tracks im Rücken, die Verlängerung des L-Tracks darunter. Das ist heute in der Mittel- und Oberklasse die verbreitetste Bauart. Manche Hersteller machen die Schiene zusätzlich flexibel, sodass sie der Rückenform nachgibt, statt sie vorzugeben.
iOpen: die geteilte Schiene
Bei den Spitzenmodellen von iRest findet sich eine Bauart, die einen Schritt weitergeht. Bei einem normalen SL-Track sind Rückenlehne und Sitzfläche fest verbunden. Fährt der Sessel zurück, kippt die ganze Einheit, und Ihr Körper behält dabei seine Haltung.
Bei iOpen ist die Führung geteilt. Lehne und Sitz bewegen sich unabhängig voneinander, sodass der Sessel neben der Zero-Gravity-Position auch eine ganz flache einnehmen kann. Zusammen mit der Fußstütze und den Luftkissen, die den Körper gegen die Lehne drücken, wird daraus eine echte Dehnung: Der Oberkörper geht in die eine Richtung, das Becken in die andere.
Woran Sie im Laden erkennen, was Sie brauchen
Zeigen Sie beim Probesitzen auf die Stelle, an der es weh tut, und fahren Sie das Programm. Endet die Rollenbewegung deutlich über Ihrem Beckenkamm, ist es ein S-Track. Spüren Sie die Rollen unter dem Gesäß, ist es ein L- oder SL-Track.
Und lassen Sie sich nicht von der Länge allein überzeugen. Eine lange Schiene, die Ihre Schulter nicht trifft, hilft Ihnen weniger als eine kurze, die dort genau arbeitet. Wo die Rollen bei Ihrer Körpergröße ankommen, merkt Ihr Körper in den ersten Minuten: Probesitzen und testen.
Wie sich die Rollen auf der Schiene bewegen, steht im Ratgeber 2D, 3D, 4D und 5D erklärt.
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