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2D, 3D und 4D beim Massagesessel: der Unterschied erklärt

2D, 3D, 4D und 5D beschreiben, wie sich die Massagerollen bewegen. Was die Zahlen bedeuten, warum 4D nicht die Stärke meint und ab wann ein Sessel den Körper wirklich misst.
Michael Roedeske

Michael Roedeske

Inhaber der Massagesessel Welt

Zuletzt aktualisiert:

Wer Massagesessel vergleicht, stolpert sofort über 2D, 3D und 4D. Die Zahlen klingen nach Steigerung, als wäre mehr immer besser. Tatsächlich beschreiben sie etwas Nüchternes: in wie vielen Richtungen sich die Massagerollen bewegen können. Was das für Ihren Rücken bedeutet, steht hier.

2D: hoch und runter, links und rechts

Bei 2D fahren die Rollen in zwei Richtungen. Einmal an der Wirbelsäule entlang nach oben und unten, einmal seitlich nach rechts und links, etwa um die Schultern zu erreichen. Das war die Technik der ersten Massagesessel, und sie steckt bis heute in vielen Einstiegsmodellen.

Die Rollen laufen dabei in einer festen Ebene über den Rücken. Wie tief sie arbeiten, ergibt sich allein daraus, wie schwer Sie sich hineinlehnen.

3D: die Tiefe kommt dazu

3D nimmt eine dritte Richtung auf, die Tiefe. Die Rollen fahren nach vorn in den Rücken hinein und wieder zurück, je nach Modell mehrere Zentimeter weit. Damit lässt sich zum ersten Mal einstellen, wie fest gearbeitet wird, unabhängig von Ihrem Körpergewicht.

Für den Nacken und den oberen Rücken ist das der spürbarste Sprung. In einem Haushalt, in dem mehrere Personen denselben Sessel nutzen, ist es der wichtigere: Was für den einen angenehm ist, ist für den anderen zu viel.

4D: dieselbe Technik in verschiedenen Geschwindigkeiten

Hier wird es oft falsch erklärt, auch in Prospekten. 4D ist nicht eine noch stärkere Massage, und der Sessel reagiert dabei auch nicht auf Ihren Rücken. 4D heißt: Der Massageroboter beherrscht seine Bewegungen in verschiedenen Tempi.

Ein Beispiel. Geklopft wird bei 3D in einem Tempo. Bei 4D gibt es ein schnelles Klopfen und ein langsames, ein schnelles Kneten und ein langsames. Dieselbe Technik, unterschiedliche Geschwindigkeit, und dazwischen die Übergänge.

Genau diese Varianz macht den Unterschied im Gefühl. Ein Sessel ohne sie arbeitet gleichmäßig wie ein Metronom, und das erkennt der Körper nach zwei Minuten als Maschine. Menschliche Hände halten kein Tempo durch. 4D bildet das nach, allerdings fest programmiert: Was wann schneller läuft, steht im Programm, nicht in Ihrem Rücken.

5D: der Druck wird zur eigenen Größe

Bei 5D kommt eine fünfte steuerbare Größe dazu, und das ist der Druck. Nicht als Stufe, die Sie einmal einstellen, sondern als Wert, den der Sessel während der Massage selbst nachregelt.

Möglich macht das ein Drucksensor in der Mechanik. Er misst, wie stark ein Muskel den Rollen entgegendrückt. Ein fester, verspannter Muskel gibt weniger nach als ein lockerer, und genau diesen Unterschied bekommt die Steuerung als Messwert. Daraus leitet sie ab, wie hart die Stelle gerade ist, und passt die Kraft an, während gearbeitet wird.

Das ist etwas anderes als der Körperscan zu Beginn. Der vermisst die Form: Bei Fujiiryoki bestimmt das AI Double Sensing zuerst die Höhe Ihrer Schultern und legt dann über 8 Punkte den Verlauf Ihrer Wirbelsäule fest. Diese Geometrie steht danach fest. Der Drucksensor misst dagegen den Zustand, und zwar laufend. Beides zusammen ergibt eine Massage, die sich zwischen dem ersten und dem zehnten Durchgang unterscheiden kann, weil Ihr Rücken bis dahin lockerer geworden ist.

Ehrlich dazu gehört: Einen Industriestandard für diese Zahlen gibt es nicht. Fujiiryoki selbst erklärt auf seinen Seiten nirgends, warum das Verfahren 5D heißt, und andere Marken verstehen unter derselben Zahl teils etwas anderes. Fragen Sie deshalb nicht nach der Zahl, sondern danach, ob der Sessel während der Massage misst oder ein Programm abspielt.

Nicht verwechseln: Gesundheitssensoren

Manche Sessel messen zusätzlich etwas am Körper, das mit der Massagemechanik nichts zu tun hat. Der Skyliner III von Casada hat ein Pulsoximeter, das Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Ermüdungsgrad erfasst. Der BioVis von OGAWA greift bioelektrische Signale ab und wertet sie aus.

Das sind Zusatzfunktionen, keine weitere Dimension. Sie sagen etwas über Ihren Zustand aus, sie bestimmen aber nicht, wie die Rollen laufen. Wenn ein Verkaufsgespräch beides in einen Topf wirft, lohnt die Rückfrage: Steuert der Messwert die Massage, oder wird er nur angezeigt?

Im Video erklärt

Was heißt das für den Kauf?

Mehr Dimensionen kosten mehr Geld. Ob sie sich lohnen, hängt daran, was Sie suchen. Wer den Rücken locker halten will, kommt mit 2D weit. Wer feste Stellen im Nacken hat oder den Sessel zu zweit nutzt, merkt den Unterschied zu 3D deutlich. 4D lohnt vor allem, wenn Sie täglich sitzen und die Massage nicht als Gerät empfinden wollen.

Ehrlich bleibt: Kein Massagesessel ersetzt eine Physiotherapie. Er ergänzt sie, täglich und ohne Terminvergabe.

Der Rest entscheidet sich im Sitzen

Ob die Rollen Ihre Schulter finden oder ein Stück daneben arbeiten, hängt an Ihrer Körpergröße und daran, wo Ihr Becken im Sessel sitzt. Das steht auf keinem Datenblatt, und Ihr Körper merkt es in den ersten Minuten. Deshalb stehen bei uns alle Sessel aufgebaut da, und Sie setzen sich der Reihe nach hinein: Probesitzen und testen in unseren Ausstellungen.

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