Muskelschmerzen am ganzen Körper: Ursachen und Methoden zur Linderung
Es zieht in den Schultern, in den Oberschenkeln, im Rücken, und zwar überall gleichzeitig. Wer das kennt, sucht meist zuerst nach einer Erklärung. Zu viel Sport war es nicht, eine Grippe auch nicht. Muskelschmerzen am ganzen Körper haben selten eine...
Michael Roedeske
Inhaber der Massagesessel Welt
Zuletzt aktualisiert:
Es zieht in den Schultern, in den Oberschenkeln, im Rücken, und zwar überall gleichzeitig. Wer das kennt, sucht meist zuerst nach einer Erklärung. Zu viel Sport war es nicht, eine Grippe auch nicht. Muskelschmerzen am ganzen Körper haben selten eine einzige Ursache.
Tatsächlich zeigt eine Statistik aus dem GCS Spezials OTC & Pharma-Report, dass knapp ein Drittel aller Deutschen in den zuvor vergangenen 12 Monaten zumindest an einer Form von Gelenk- und Muskelschmerzen litt. Meist sind konkrete Bereiche betroffen, doch nicht selten klagen Betroffene über Muskelschmerzen am ganzen Körper. Die Ursachen sind ebenso vielfältig wie die Wege, sie zu behandeln. Einer der ältesten und bewährtesten Ansätze zur Linderung ist die Massagetherapie.
Lesetipp: Wann Massagen wirkungsvoll sein können, erfahren Sie im Beitrag „Von Kopf bis Fuß – hier helfen Massagen.”
In diesem Beitrag nehmen wir das weite Feld der Muskelschmerzen - am ganzen Körper und in bestimmten Körperregionen - ins Visier. Wir erkunden ihre unterschiedlichen Arten und Ursachen und zeigen auf, wie gezielte Massagen nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch Ihr allgemeines Wohlbefinden steigern.
Hinweis: Bitte beachte, dass dieser Beitrag keine Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin ersetzt. Leiden Sie unter anhaltenden Schmerzen, konsultieren Sie unbedingt medizinisches Fachpersonal
Die häufigsten Ursachen von Muskelschmerzen am ganzen Körper
Um Muskelschmerzen richtig einordnen zu können, müssen wir sie erst einmal verstehen. Auch bekannt als Myalgie, können Muskel- und Gelenkschmerzen in unterschiedlichster Form auftreten:
→ Akute Schmerzen in den Muskeln, die plötzlich und intensiv sind, werden oft ausgelöst durch eine Verletzung oder Überanstrengung.
→ Chronische Muskelschmerzen hingegen entwickeln sich über längere Zeiträume und können äußerst hartnäckig sein. Sie haben Ursachen, die von körperlichen bis zu psychologischen Faktoren reichen. Bei chronischen Schmerzen ist es empfehlenswert, an seinem Schmerzmanagement zu arbeiten und dadurch einen besseren Umgang mit den Schmerzen zu erlernen.
→ Krämpfe, Zerrungen und Verspannungen sind weitere häufige Erscheinungsformen, die von leichten Beschwerden bis hin zu schweren Beeinträchtigungen variieren können.
Lesetipp: Muskel- und Gelenkschmerzen sind häufig schwer voneinander abzugrenzen. In unserem Beitrag haben wir uns dem Thema Gelenkschmerzen, deren Ursachen und Behandlung gewidmet.
Welche Krankheiten verursachen Muskelschmerzen?
So unterschiedlich wie die Arten der Muskel- und Gelenkschmerzen sind auch ihre Ursachen. Einige Krankheitsbilder führen die Statistik jedoch an.
Muskelschmerzen am ganzen Körper durch Fibromyalgie
Fibromyalgie ist eine komplexe Erkrankung, die von Gelenk- und Muskelschmerzen in mehreren Körperarealen gekennzeichnet ist. Nicht selten leiden Betroffene und Muskelschmerzen am ganzen Körper und Erschöpfung, bis hin zur chronischen Fatigue. Die genauen Ursachen sind leider unbekannt, doch scheint eine Fibromyalgie mit Veränderungen in der Art und Weise zusammenzuhängen, wie das Gehirn Schmerzsignale verarbeitet.
Menschen, die an Fibromyalgie leiden, erfahren oft eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit und Begleitsymptome wie Schlafstörungen, Gedächtnisprobleme und Stimmungsschwankungen. Die Verbreitung von Fibromyalgie liegt innerhalb der deutschen Bevölkerung bei etwa zwei Prozent.
Muskelschmerzen bei Osteoporose
Osteoporose selbst verursacht keine Muskelschmerzen, aber die Schwächung der Knochen kann zu schmerzhaften Frakturen führen, die wiederum Muskelschmerzen nach sich ziehen. Vor allem, wenn Wirbelfrakturen auftreten, können diese zu langanhaltenden Muskelschmerzen im Rücken führen, da die Muskulatur versucht, die geschwächte Struktur zu kompensieren.
In Deutschland leiden etwa 7,8 Prozent der Frauen und 2,0 Prozent der Männer ab 18 Jahren an Osteoporose, wobei die Häufigkeit mit dem Alter deutlich ansteigt und Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer.
Lesetipp: Erfahren Sie mehr zum Thema Muskelschmerzen bei Osteoporose in unserem Beitrag.
Sarkoidose und Muskelschmerzen
Sarkoidose ist eine entzündliche Erkrankung, die verschiedene Organe betreffen kann, am häufigsten jedoch die Lunge. Wenn die Muskulatur betroffen ist, kann es zu Muskelschmerzen und -schwäche kommen. Diese Symptome sind oft flüchtig und variieren stark in ihrer Intensität.
Die Sarkoidose verläuft für gewöhnlich in Schüben. Sie ist mit geschätzten 3500 betroffenen Personen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ursachen für Muskelschmerzen am ganzen Körper weitaus seltener anzutreffen.
Muskelschmerzen in den Wechseljahren
Während der Wechseljahre führen hormonelle Veränderungen zu vielfältigen Beschwerden, einschließlich Muskelschmerzen am ganzen Körper und Erschöpfung. Diese Schmerzen, oft dumpf und ziehend, treten vor allem in Gelenknähe auf, was die Unterscheidung zu Gelenkschmerzen erschwert. Variierende Schmerzintensität und morgendliche Steifigkeit sind typische Symptome
Die für diese Lebensphase typischen hormonellen Schwankungen beeinflussen Entzündungsprozesse und die Flüssigkeitsverteilung, was die Leiden wie Muskelschmerzen am ganzen Körper verstärkt. Begleitet werden diese von Hitzewallungen, Schlafproblemen und Stimmungsschwankungen, die das Wohlbefinden weiter beeinträchtigen. Wärmetherapien, wie Behandlungen mittels Infrarot-Strahlung, können Linderung verschaffen.
Muskelschmerzen im Rücken
Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden im Kontext der Muskulatur. Sie können wiederum auf eine Vielzahl von Ursachen zurückgeführt werden, die von muskulären Verspannungen und Zerrungen bis hin zu Bandscheibenvorfällen und Arthritis reichen. Die Schmerzen können akut oder chronisch sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Weitere Ursachen für Gelenk- und Muskelschmerzen können sein:
- Stress und Überanstrengung
- Mangelernährung und Elektrolytstörungen
- Infektionen
- Medikamentennebenwirkungen
- Eine Infektion mit dem Coronavirus
Lesetipp: Vereinzelt kommt es auch zu Muskelschmerzen nach Massagen. Mitderen Ursachen und Abhilfen haben wir uns ebenfalls in unserem Blog beschäftigt.
Beachten Sie bitte, dass eine medizinische Abklärung für den Ursprung Ihrer Muskelschmerzen wesentlich ist, um entscheiden zu können, ob Massagetherapien zur Linderung geeignet sind.
Muskelschmerzen am ganzen Körper und Erschöpfung - Wie hängt das zusammen?
Eine weitere und oft vernachlässigte Ursache für Muskelschmerzen ist Erschöpfung. Der Zusammenhang ist uns zwar bekannt, aber oft ist uns nicht ganz klar, wie er tatsächlich entsteht beziehungsweise wie eins zum anderen führen kann. Erschöpfung, seien Sie es durch anhaltenden Stress, schlechten Schlaf oder emotionale Belastungen, kann zu einer erhöhten Anspannung der Muskulatur führen. Diese ständige Anspannung verursacht Muskelschmerzen, da die Muskeln nicht die nötige Entspannung und Erholung finden. Zudem beeinträchtigt Erschöpfung die Schmerztoleranz des Körpers, wodurch der Körper empfindlicher auf Schmerzreize reagiert.
Die gesteigerte Schmerzempfindlichkeit kann dann wiederum zu einer weiteren Verschlechterung des Schlafes führen, was die Erschöpfung verstärkt und so den Zyklus von Schmerz und Müdigkeit aufrechterhält. Dieser Teufelskreis kann das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen und erfordert oft einen Ansatz aus mehreren Bausteinen zu seiner Durchbrechung, bei dem sowohl die Erschöpfung als auch die Muskel- und Gelenkschmerzen adressiert werden.
Bei all den Formen von Muskelschmerzen bleibt für Betroffene letztlich eine wesentliche Frage: Was tun gegen Muskelschmerzen? Während Medikamente meist nur Symptome bekämpfen, eignet sich in vielen Fällen eine Behandlungsform besser, die auch die Ursachen langfristig adressiert.
Massagetherapie als Lösung bei Muskelschmerzen am ganzen Körper
Wie können Massagen Linderung bei Muskelschmerzen verschaffen? Im Grunde erfolgt das durch die Anregung der Durchblutung und des Lymphfluss, was die Ausscheidung von Toxinen fördert und die Zufuhr von Sauerstoff sowie Nährstoffen in die Muskeln verbessert. Die Entspannung während einer Massage fördert die Ausschüttung von Endorphinen, die als körpereigene Schmerzmittel wirken, und unterstützt dadurch die Schmerzminderung, so auch bei Muskel- und Gelenkschmerzen.
Außerdem unterstützt die verbesserte Durchblutung die Heilung von Mikroverletzungen im Muskelgewebe, die durch Überanstrengung oder Verletzungen entstehen können. Je nach Ursache des Schmerzes gilt es, Besonderheiten bei der Anwendung von Massagetherapien zu berücksichtigen.
Was tun gegen Muskelschmerzen: Unsere Tipps für unterschiedliche Massagetechniken
Für Menschen, die unter Muskel- und Gelenkschmerzen durch eine Fibromyalgie leiden, sind sanfte Massagetechniken vorteilhaft. Dazu zählen beispielsweise die schwedische Massage oder die Triggerpunkt-Therapie. Diese Massagetechniken, da sie die Muskelspannung ohne Überlastung des Körpers reduzieren und Schmerzpunkte gezielt behandeln.
Bei Osteoporose ist besondere Vorsicht bei Massagen geboten, um Verletzungen zu vermeiden. Techniken, die auf leichte Streichbewegungen setzen und die Muskulatur um die betroffenen Bereiche herum stärken und entspannen, sind hier besonders geeignet.
Für Menschen, die an Sarkoidose leiden, können sanfte Massagen, die den Lymphfluss fördern, hilfreich sein. Lymphdrainage-Massagen unterstützen den Abtransport von Flüssigkeiten und können Schwellungen reduzieren, die Schmerzen verursachen. Dies verbessert nicht nur die Funktion der betroffenen Muskeln, sondern fördert auch das allgemeine Wohlbefinden.
Während der Wechseljahre können Massagen, die speziell auf Entspannung und Stressabbau abzielen, besonders hilfreich sein. Techniken wie die Aromatherapie-Massage oder die Hot-Stone-Massage begünstigen die Entspannung und helfen, die durch hormonelle Schwankungen verursachten Muskelschmerzen zu lindern. Diese Massagen fördern auch einen besseren Schlaf und tragen zur allgemeinen Stressreduktion bei.
Bei Rückenschmerzen sind Tiefengewebsmassagen und spezifische Techniken, die sich auf die Lockerung der Rückenmuskulatur konzentrieren, besonders effektiv. Sie adressieren tief liegende Verspannungen und unterstützen eine gesündere Haltung.
Durch die gezielte Anwendung dieser Massagetechniken können Sie eine deutliche Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen erzielen. Wichtig ist, dass Sie die individuellen Rahmenbedingungen Ihres Körpers und eventuelle Erkrankungen bei der Wahl der Massagetherapie kennen und berücksichtigen. Spricht nichts gegen eine Massagetherapie, sollten Sie versuchen, sie in Ihre Gesundheitsroutine einfließen zu lassen.
Regelmäßige Massagen: ein Grundstein Ihrer Vorsorge gegen Muskel- und Gelenkschmerzen
Kurzum: durch kontinuierliche Pflege Ihres muskulären Systems können Sie das Risiko chronischer Schmerzzustände verringern. Massagen bieten Ihnen hier nicht nur sofortige Linderung von Gelenk- und Muskelschmerzen und -verspannungen. Sie tragen auch langfristig zur Stärkung Ihres Immunsystems und zur Verbesserung Ihrer psychischen Gesundheit bei. Lassen Sie Massagetherapien Bestandteil Ihrer präventiven Gesundheitspflege werden und fördern Sie so Ihre Beweglichkeit und lindere Schmerzen auf eine natürliche und wohltuende Weise.